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Wie Sie schon durch das Studium der Grundregeln erfahren haben, erfolgt vor jedem Alleinspiel die Reizung. Da Sie in dieser aber die Aufgabe für das Alleinspiel festlegen müssen, ergibt es Sinn, das Spielen vor dem Reizen zu erlernen.

Innerhalb der Trainingsreihe funktioniert das so, dass in den Übungsbeispielen eine Reizung vorgegeben wird, deren Aufgabe Sie zu erfüllen haben.

 

Die zweite Phase einer Bridgepartie, das Spiel (fachsprachlich Alleinspiel) beginnt damit, dass der links vom Alleinspieler sitzende Gegenspieler als Startspieler eine beliebige seiner 13 Karten offen auf den Tisch legt.

 

Danach geht es im Uhrzeigersinn weiter, und der Partner des Alleinspielers ist an der Reihe. Dieser wird auch Dummy, Strohmann oder Tisch genannt, was daran liegt, dass er nun seine sämtlichen 13 Karten offen auf den Tisch legt. Der Rest der Partie wird vom Dummy passiv verfolgt, er darf nur noch Anweisungen des Alleinspielers befolgen.

 

Im nächsten Schritt sieht sich der Alleinspieler (jeder Gegner natürlich auch!) die offenen Tischkarten an, und erstellt anschließend einen Spielplan. Bei diesem Plan geht es konkret darum, durch geschicktes Kombinieren die gestellte Aufgabe zu überdenken, die in der ersten Phase  gereizt (oder beim Üben ohne Reizung vom Bridgelehrer vorgegeben) worden ist.Dieser Spielplan ist der wichtigste Schritt innerhalb einer Bridgepartie, denn das Alleinspiel ist so komplex, dass es ohne eine ausführliche Planung kaum gewinnbar ist. Ist der Spielplan fertig, beauftragt der Alleinspieler seinen Partner, eine der 13 Tischkarten zu spielen. Bei dieser Entscheidung darf ihm niemand helfen, insbesondere nicht der Dummy, der keine Karte in Eigenregie spielen darf.

 

Wieder im Uhrzeigersinn legen nun der rechte Gegenspieler, und abschließend der Alleinspieler selbst eine Karte aus ihrer verdeckten Hand offen auf den Tisch.

 

Die vier gespielten Karten werden fachsprachlich Stich genannt, und es wird nun überprüft, welcher Spieler die höchste Karte gelegt hat (mehr dazu in den Teilen 2 und 3). Der Besitzer dieser Karte ist Gewinner des Stiches, und legt die siegreiche Karte mit der Rückseite nach oben senkrecht vor sich auf den Tisch. Sein Partner gilt ebenfalls als Sieger, und legt seine Karte ebenfalls senkrecht verdeckt vor sich ab. Die beiden Verlierer legen ihre Karten verdeckt waagerecht vor sich ab.

 

Der Sieger des Stiches spielt nun eine beliebige seiner verbleibenden Karten zum nächsten Stich aus. Die anderen drei Spieler folgen im Uhrzeigersinn, und die Karten des Stiches werden wie oben beschrieben senkrecht oder waagerecht abgelegt. Wichtig: Wenn der Dummy an der Reihe ist, entscheidet immer der Alleinspieler, welche Karte vom Tisch gespielt werden soll.

 

Das wird fortgesetzt, bis niemand mehr Karten in der Hand hält. Abschließend ermittelt der Alleinspieler die von ihm (oder vom Dummy) gewonnenen Stiche, indem er seine senkrecht abgelegten Karten zählt. Jetzt kann das Spielergebnis mit der in Phase 1 gereizten (oder beim Üben ohne Reizung vom Bridgelehrer vorgegebenen) Aufgabe verglichen werden.

 

Wird ein Turnier gespielt, so legt jeder Spieler seine 13 Karten in ein getrenntes Fach einer speziell für Bridgeturniere konzipierten Boardtasche. Diese Tasche wird nun an den nächsten Tisch weitergegeben, so dass die Karten dort für einen Vergleich ungemischt gespielt werden können. Aus diesem Grund werden die Karten auch verdeckt vor den einzelnen Spielern, und nicht wie beim Doppelkopf oder Skat als Stich gesammelt abgelegt.

 

Das Spiel ohne Trumpf (Sans Atout)

 

Im Prinzip kennen Sie nun fast das ganze Spiel, es fehlt nur noch eine Kleinigkeit:

Welche Karten dürfen bzw. müssen zu den einzelnen Stichen gespielt werden ?

 

Es gilt immer:

Der Startspieler darf eine beliebige seiner Karten spielen.

Die drei im Uhrzeigersinn folgenden Spieler müssen eine Karte der vom Startspieler ausgespielten Spielkartenfarbe bedienen. Nur wenn sie eine solche nicht besitzen, dürfen sie ersatzweise eine beliebige andere Karte spielen.

 

Bei Spielen ohne Trumpf gilt:

Die höchste Karte der ausgespielten Farbe gewinnt den Stich. Es gilt folgende Reihenfolge:

Ass (höchste Karte), König, Dame, Bube, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2 (kleinste Karte).

Wer nicht bedienen kann, und eine beliebige Karte abwirft, gewinnt niemals einen Stich, auch dann nicht, wenn die ursprünglich ausgespielte Karte eine 2, und die abgeworfene Karte ein Ass ist.

 

Jeder gewonnene Stich ist gleichwertig, egal welche Karten in ihm liegen. Augen wie beim Doppelkopf oder Skat werden nicht gezählt. Der Sieger wird immer zum Startspieler des nächsten Stiches, und darf eine beliebige seiner verbleibenden Karten ausspielen. Dabei darf frei gewählt werden, ob noch einmal die Spielkartenfarbe des letzten Stiches oder eine der drei anderen Farben gespielt wird. Nur die drei im Uhrzeigersinn folgenden Spieler haben keine Wahl, sie müssen bedienen. 

 

Das Spiel mit Trumpf (Farbspiel)

 

Wird in Phase 1 eine Farbe als Trumpf festgelegt, so gilt abweichend zu Teil 2 folgende Regel:

 

Liegen in einem Stich eine oder mehrere Trümpfe, so gewinnt unabhängig von der ausgespielten Farbe der höchste Trumpf den Stich.

 

Ein Trumpf darf aber nur dann gelegt werden (die Bedienpflicht bleibt!), wenn die ausgespielte Farbe nicht bedient werden kann, oder der Startspieler den Stich mit einem Trumpf begonnen hat.

 

Trumpf muss nur dann bedient werden, wenn der Startspieler einen solchen ausgespielt hat. Ansonsten ist man nicht zum Trumpfen verpflichtet, und darf auch weiterhin (ohne Chance auf Stichgewinn) abwerfen, sofern man die ausgespielte Farbe nicht bedienen kann.

 

Die anderen Regeln der ersten beiden Teile bleiben unverändert.

 

Möchten Sie sich die obigen Regeln in Ruhe durchlesen und ausdrucken, klicken Sie bitte hier für den kostenlosen Download.

 

Egal ob Sie ohne oder mit Trumpf spielen: Das wichtigste in jedem Spiel ist der Spielplan. Zu diesem recht komplexen Thema gibt es innerhalb der Trainingsreihe zwei Bücher. Beginnen Sie bitte mit dem nicht ganz so komplexen Spielplan im Sans Atout.

Mehr zum Spielplan im Sans Atout erfahren Sie hier per Mausklick.

Mehr zum Spielplan im Farbspiel erfahren Sie hier per Mausklick.